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Als Ausgangspunkt für den abenteuerlichen Ausflug in die Antike, zu dem Mark Schrader vom „Team Zeitreise“ (www.teamzeitreise.de) die Schüler der beiden Lateinkurse der Klassen 6 (R. Brüggemann/W. D. Gruhn) einlud, wählte der Experte die spektakulären Bonner Funde auf dem Gelände des ehemaligen Regierungsviertels aus dem Jahre 2006 – die Überreste einer etwa 2000 Jahre alten Therme, anhand derer er die Bedeutung solcher Badeanlagen in römischer Zeit erläuterte.
Die römischen Bäder, aus einem antiken Stadtbild nicht wegzudenken, ermöglichen in besonderer Weise, einen zentralen Lebensbereich der Römer zu entdecken und dem antiken Menschen sowohl in seinem privaten als auch gesellschaftlichen Leben näher zu kommen. Die öffentlichen Thermen, ein Ort der Körperpflege und sportlichen Ertüchtigung, dienten darüber hinaus als regelrechtes Kommunikationszentrum und stellten eine zentrale Einrichtung des öffentlichen Lebens mit breitem Unterhaltungs- und Dienstleistungsangebot dar: Hier pulsierte das Alltagsleben! Die römischen Thermen – das „geheime Stadtzentrum“ der Antike.
Im Anschluss an eine Powerpoint-Präsentation zu wesentlichen Aspekten wie den verschiedenen Bautypen, grundlegenden architektonischen Informationen und zur Funktionsweise der bereits weit entwickelten Heizanlage einer römischen Therme waren die Schüler anschließend selbst aufgefordert, in der Turnhalle des Gymnasiums eine antike Badeanstalt des so genannten Reihentypus nachzubauen. Aufgeteilt in verschiedene Bautrupps gestalteten sie nach genauen Vorgaben die Struktur typischer Räumlichkeiten mit Hilfe von Turnkästen, Bänken, Bodenmatten nach (Toilettenanlage, apodyterium, frigidarium, caldarium, laconicum, piscina….), so dass die Schüler nach erfolgreicher Fertigstellung selbst wie ein Römer einen typischen Badegang durch ihre „eigene Thermenanlage“ absolvieren konnten. Der „Bade-Experte“ Mark Schrader erklärte dabei unseren jungen Badegästen spannende Details und illustrierte mit Hilfe mitgebrachter, z. T. original nachempfundener antiker Badeutensilien, wie etwa Ölfläschchen, Schwämmen, Ohrzangen oder Pinzetten antike Badegewohnheiten: Die Epilation mit der Pinzette brachte selbst hart gesottene Römer zur Verzweiflung, wie der Experte anhand eines Briefausschnitts des römischen Philosophen Seneca illustrierte.
Ähnlich wie vor 2000 Jahren waren die Schülerinnen schließlich dazu eingeladen, selbst duftende Öle und Salben auszuprobieren. Auch konnten sie sich von der Funktionsweise einer original nachempfundenen strigilis überzeugen. Mark Schrader, der bereits zum vierten Mal auf Einladung der Fachschaft Latein Gast am Tannenbusch-Gymnasium war, gelang es, diesen zentralen und komplexen Bereich der römischen Kultur zum Leben zu erwecken und für die Schüler die Parallelen zwischen römischen Thermen und den heutigen modernen Spaßbädern und Wellness-Tempeln aufzuzeigen.
W. D. Gruhn, 08.04.2009
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