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Philosophieunterricht hochaktuell am Tabu: Wirtschaftsethik und Korruptions-Prävention PDF Drucken E-Mail

Wirtschaft ist schon seit langer Zeit in unserer Schule ein wichtiger Schwerpunkt, und auch der Philosophieunterricht hat bei uns Tradition. Beide Fächer bieten von sich aus eine große Hilfe, die Welt zu verstehen und sich in ihr zurechtzufinden.


Relativ neu bei uns ist ihre fruchtbare Verknüpfung: seit ein paar Jahren werden im Philosophieunterricht der 12. Klasse – Kursthemen Ethik und Politik – der Wirtschaftsethik vier gute Wochen gewidmet.


Man fragt sich zum Beispiel, ob es ihn in der scheinbar unmoralischen und skrupellosen Welt der Wirtschaft und der Finanzen überhaupt geben kann, einen Platz für das Gerechte, das Gute, das ethisch Korrekte. Das Erstaunliche: im Unterricht ist es so, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur diesen Platz finden, sondern auch die Notwendigkeit einer ethischen Überlegung über die aktuelle Situation und mögliche Verbesserungen im Dienste der Menschen entdecken, spüren und mit guten Argumenten belegen können.


Und sie stellen fest, wie früher oder später, als verantwortlicher  Manager in leitender Funktion, aber auch als ganz einfacher Mitarbeiter in einer Firma, oder natürlich als Verbraucher, jeder Mensch vor diese schwierigen Fragen gestellt wird.


Einige Beispiele?


“Als Mitarbeiter eines großen Konzerns wird Ihnen angeboten, die Führungsposition in einer – wegen Managementfehler des Mutterkonzerns – angeschlagenen Tochtergesellschaft zu übernehmen. Allerdings mit der Vorgabe, mindestens 50 Mitarbeiter zu entlassen. Sie entdecken dabei, dass  vor allem die zu entlassenden Mitarbeiter mit ihrem Know-how die Tochtergesellschaft retten könnten. Was tun Sie?“


Oder: „Ihr Vorgesetzter überrascht Sie mit einer etwas speziellen Definition: Ethisch vertretbar sei alles, womit man ungestraft davonkomme. Das sei im Übrigen nicht nur seine Meinung, sondern auch Firmenpolitik. Was tun Sie?“


Anspruchsvolle Fragen, ohne Zweifel, für die es keine eindeutige „ja/nein“-Antwort gibt. Dafür erleben die Teilnehmer am Philosophiekurs, in welcher Weise die Verwendung von Ansätzen der Ethik und, für die Betriebe, die gemeinsame Verfassung eines „Verhaltenskodex“ eine entscheidende Hilfe bei diesen Aufgaben bieten. Und sie haben mit eindeutigem Erfolg interessante und brandaktuelle Fertigkeiten erworben.

Diese Reise in die Wirtschaftsethik ist durch ein glückliches Treffen entstanden: im Rahmen unserer Kooperation mit den Stadtwerken Bonn haben wir hervorragende Gesprächspartner u.A. auch im Rahmen der Unternehmensethik gefunden, die seit Jahren in ihrem Betrieb einen bewussten Umgang aller Mitarbeiter mit diesen Themen pflegen.


Unser wirtschaftsethischer Exkurs gipfelt nämlich in einem Workshop mit Herrn Mirko Heid und Herrn Hans Kortmann, die jedes Jahr mit unterschiedlichen Erfahrungen und Schwerpunkten den Schülern etwas Neues und immer Praxisorientiertes anbieten.


Auch dieses Jahr waren sie bei uns, diesmal zum hochaktuellen ethischen Thema der Bestechung.
Darüber berichtet hier unten Lisa Catiche, 12. Klasse, Teilnehmerin am Philosophiekurs.
Verlinkt ist zum Schluss der Beitrag für die Presse, den zu diesem Thema die SWB verfasst haben.

Dr. Giovanni Pizzo

Korruption_Rollenspiel_Tabu_0196


Wie korrupt bist du? – Workshop 2010 mit den Stadtwerken Bonn

Am Dienstag, den 18. Mai 2010, besuchten drei Vertreter der Stadtwerke Bonn den Philosophiekurs der Jahrgangsstufe 12, um - passend zum derzeitigen Unterrichtsthema, der Wirtschaftsethik,- einen Einblick in die Praxis der Unternehmensethik zu ermöglichen. Mit unserem Fachlehrer, Herrn Dr. Pizzo, hatten wir bereits vorher in den Stunden praktische Beispiele für ethisches Handeln besprochen und diskutiert, was den Besuch der SWB Mitarbeiter umso interessanter machte.

Die Leitfrage dieser Stunde war „Wie kann man Korruption vermeiden?“


Um den Einstieg zu erleichtern, hielt Herr Kortmann eine Power-Point Präsentation. Diese beinhaltete die Begriffserklärung und Definition von „Korruption“.
Anhand eines vereinfachten Beispieles und mit Hilfe von wirklichen Daten und Fakten, wurde auf die verheerenden Folgen von Korruption hingewiesen. Somit waren wir uns alle im Klaren darüber, dass vor allem Unternehmen dafür verantwortlich sind, der Korruptionsbekämpfung nachzugehen.
Korruption_Rollenspiel_Tabu_0113
Wie häufig und vor allem in welchen Situationen Unternehmen in der Praxis mit ihrer Unternehmensethik arbeiten müssen, um beispielsweise Korruptionen zu verhindern, stellten wir in einem Rollenspiel dar – unter der Aufsicht von Herrn Heid.


Es handelte sich um einen inszenierten Fall.
In diesem traf die deutsche Delegation eines Kraftwerkbauunternehmens mit chinesischen Auftraggebern zusammen, um über den Bau eines neuen Kraftwerkes, für eine chinesische Stadt, zu verhandeln.
Da das Kraftwerkunternehmen am Rande seiner wirtschaftlichen Existenz stand, war dieser Auftrag von höchster Notwendigkeit.
Im Verlaufe des Experiments stellten die Auftraggeber immer mehr Forderungen, die mit dem ethischen Verhaltenskodex des Kraftwerkbauunternehmens nicht vereinbar waren. Letztlich gingen sie sogar bis zur Korruption vor.
Das Schauspiel sollte verdeutlichen, unter welchen Umständen Unternehmer Entscheidungen treffen müssen, die teilweise sowohl ethisch, als auch moralisch nur sehr schwer zu vereinbaren sind.

Korruption_Rollenspiel_Tabu_0235Während des Rollenspiels und auch zum Schluss gab Herr Heid uns ein Feedback, in welchem er ausdrücklich betonte, dass es keine eindeutige, richtige Lösung für diesen Fall gäbe.
Er verdeutliche nochmals, dass es Situationen gibt, in denen Managern keine andere Wahl bleibt, als ein Angebot auszuschlagen, auch wenn es für die wirtschaftliche Existenz des Unternehmens notwendig ist. Schließlich solle ein Unternehmen seinen „Code of ethics“ nicht zu weit, oder im Idealfall gar nicht, überschreiten. Ein gutes Zusammenspiel in den eigenen Reihen, zwischen Eigentümern und Managern, sei beim Treffen von Entscheidungen auch von großer Wichtigkeit.
Letzten Endes waren die Besucher der SWB gern gesehene Gäste und boten eine sehr kreative Alternative, den Unterricht voran zu bringen.

Lisa Catiche

 

 

 

 


Projekt zur Wirtschaftsethik: Tannenbusch-Gymnasiasten und SWB-Mitarbeiter im Dialog (Pressemitteilung der SWB)


http://www.stadtwerke-bonn.de/swb-konzern/medienservice/pressemitteilungen/einzelansicht/nachricht/projekt-zur-wirtschaftsethik-tannenbusch-gymnasiasten-und-swb-mitarbeiter-im-dialog.html

 

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