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Pokale satt zum Saisonfinale

Fünf Starter und drei Podestplätze - das war die Bilanz beim letzten Wettkampf der Klettersaison 2008. Die JDAV-Schülerklettergruppe am Tannenbusch-Gymnasium war, wie in d en Jahren zuvor, zum Nikolaus-Bouldercup* in Dormagen eingeladen. Den Wettkampf richtet das Raphaelshaus, eine große Einrichtung der Jugendhilfe, seit langem für andere Jugendhilfeeinrichtungen und Schulen in ganz Deutschland aus: Die weiteste Anreise hatte dieses Jahr ein Team aus Stuttgart. Am Nikolausmorgen traf sich die Rekordzahl von 140 Teilnehmern in Fünfer-Mannschaften (vier Kinder/Jugendliche und ein Betreuer) vor dem Dormagener "Kletterdom", um in den nächsten sieben Stunden an etwa 120 Boulderproblemen auf dem ganzen Raphaelshaus-Gelände von "ganz leicht" bis "höllisch schwer" Punkte zu sammeln. Gefordert waren also Klettertechnik, Taktik, Kondition - und Wasserfestigkeit, denn zwei Boulderwände standen draußen und damit im Regen. Unsere Truppe ging mit etwas gedämpften Erwartungen in den Wettkampf, denn wir mussten auf Samy Saafan verzichten, der sich für die Landesmeisterschaft qualifiziert hatte, die zeitgleich in Chorweiler stattfand (er wurde dort Achter). Aber das Team erwischte einen guten Start: in der ersten Halle alle Probleme bis auf eins auf Anhieb geschafft und alle "Außenboulder" in einer Regenpause abgehakt. In den nächsten Stunden bis zum Mittagessen lag vielleicht die schwierigste Aufgabe beim Betreuer Wolfgang Kehren, der kaum damit nachkam, die Boulder, die seine Mannschaft wie am Fließband abkletterte, auf den Wertungsbögen zu notieren und der nebenbei ja auch noch selbst klettern musste. Nachmittags ging es zunächst ruhiger weiter, einerseits, weil sich allmählich die schmerzenden Arme bemerkbar machten, andererseits, weil die wie immer schweren Boulder im Janusz-Korcak-Haus (sie verlaufen kreuz und quer über den Flur einer Internats-Wohngruppe) etwas länger brauchten, bis sie mehr oder weniger gelöst waren. Insbesondere für die jüngste im Team, Karla Bosse-Plois, waren die vielen Längenzüge kaum zu bewältigen. Eine weitere Pause mit Kakao und Kuchen mobilisierte noch einmal ungeahnte Kräfte für den Endspurt. Markus Faßbender lieferte die Initialzündung, indem er das traditionelle Mantle-Problem in der Dschungel-Halle, das vor dem Kalorienschub nicht machbar erschien, plötzlich locker löste (Mantle: Klimmzug an einer Leiste und ohne Absetzen in den Stütz wechseln). Endlich fand auch Ex-Landeskadermitglied Nina Scholl, die morgens noch Anlaufschwierigkeiten hatte, zu gewohnter Stärke zurück. Ohne Pause wurde ein Boulder an den anderen gereiht. Jan-Philipp Hentschel, der anscheinend über unerschöpfliche Kraftreserven verfügt, zog sich zum Finale noch durch einige schwierige Überhänge und holte damit wertvolle Punkte. Eine halbe Stunde vor dem offiziellen Wettkampfende war alles geklettert, was irgendwie machbar erschien. Nur der Betreuer, der wieder im wesentlichen mit Aufschreiben beschäftigt gewesen war, musste/durfte jetzt noch mal 'ran. Bei der Siegerehrung zeigte sich, dass sich der Sammlerfleiß gelohnt hatte. Es gab einen zweiten Platz in der Mannschaftswertung und zwei dritte Plätze in den Altersklassen. Im einzelnen:
Mannschaft: 2. Platz (1093 Punkte)
Alterklasse unter 14: Karla Bosse-Plois 16.Platz (48 Boulder, 114 Punkte)
Altersklasse über 14: Nina Scholl 14. Platz (79 Boulder, 180 Punkte) Marcus Faßbender 10. Platz (85 Boulder, 225 Punkte) Jan-Philipp Hentschel 3. Platz (93 Boulder, 289 Punkte)
Betreuer: Wolfgang Kehren 3. Platz (94 Boulder, 285 Punkte)
Ein abschließender Dank geht an die Erlebnispädagogik-Abteilung des Raphaelshauses und an ihren Leiter Daniel Mastalerz, die wieder einmal viel Einsatz in die Vorbereitung des Wettkampfes gesteckt hatten. Nächstes Jahr kommen wir gerne wieder!
* Bouldern: Klettern in Absprunghöhe ohne Seil
Link zum Raphaelshaus: www.raphaelshaus.de und www.kletterdom.de.
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