Rolf Scheid

Wir erhielten die traurige Nachricht, dass unser ehemaliger stellvertrender Schulleiter Rolf Scheid Ende der vergangenen Woche mit gerade einmal 68 Jahren verstorben ist. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Freunden.

Herr Scheid war von 1977 bis 2003 am Tannenbusch-Gymnasium als Lehrer, Koordinator und stellvertretender Schulleiter nachhaltig wirksam tätig. 2003 wechselte er als Schulleiter an das Deutzer Gymnasium Schaurtestraße nach Köln, an dem er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2016 wirkte.

Zu vielen Kolleginnen und Kollegen und Angestellten am Tannenbusch-Gymnasium hielt er bis zu Letzt engen Kontakt.

Wir werden ihn immer in bester Erinnerung behalten.

In einer Rede an Abiturientinnen und Abiturienten des Tabu hat Herr Scheid seine Idee von Bildung – jenseits aller Anforderungen an die heutige Kompetenzorientierung – so formuliert:

„Liebe Abiturientinnen und Abiturienten! Ihr habt in der Schule eines, so hoffe ich gelernt: Informationen aufzunehmen, auf ihre Absichten hin zu analysieren. Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden, Einzelheiten in Zusammenhänge einzuordnen, verschleierte Wertungen aufzudecken, zwischen den Zeilen zu lesen. Wendet diese Verfahren tagtäglich an. Hier ist der Wirklichkeitsbezug von Unterricht. Hier liegt durchaus das spezifische gymnasiale Eurer Bildung!“

Und auf dieses Ziel hin unterrichtete Herr Scheid seine Schülerinnen und Schüler konsequent von der Unterstufe an. Dabei verlangte er von ihnen, dass sie mit derselben Disziplin, die er selbst von sich vorbildlich verlangte, lernten und arbeiteten. Tatsächlich übertrug sich seine Begeisterung für seine Fächer auf seine Schülerinnen und Schüler und ließ sich ablesen in den hervorragenden Ergebnissen der Abiturarbeiten seiner Schülerinnen und Schüler. Zugleich war sein Unterricht von Wohlwollen, Witz und Humor geprägt. Und seine Schülerinnen und Schüler werden sein gutmütiges, lautes, schallendes Lachen, das sein Kennzeichen war, in Erinnerung behalten.

Jederzeit war Herr Scheid für seine Schülerinnen und Schüler ansprechbar, er hatte großes Verständnis für jede Art von Problemen und war immer bereit, sich auch weit über die Schule hinaus für die Schülerinnen und Schüler des Tabu einzusetzen.

Wie tief er mit seiner alten Schule, dem Tabu, auch zuletzt noch verbunden war, wurde deutlich, als er kurz vor seinem Tod noch einmal seine Ideen von Schule formulierte und Vieles im Tabu verwirklicht sah. Und noch einmal sei seine Rede an die Abiturientinnen und Abiturienten zitiert:

Wer also den Erfordernissen der Moderne entsprechen will, der muss sich der Einsicht anschließen, dass auf dem Gymnasium Persönlichkeiten gebildet werden. Die Leistung der Schule ist nicht an dem einen oder anderen Fach festzumachen. ... Schule und Leben, Selbstverwirklichung und soziale Verantwortung, Selbstbestimmung und Anpassung dürfen keine Gegensätze bleiben, sondern müssen zwei Seiten einer Medaille werden!“

Im Kollegium war Herr Scheid überaus beliebt, er war DER  Ansprechpartner für Kolleginnen und Kollegen – auch bei persönlichen Problemen, aber genauso bei Feiern oder kollegiumsinternen Veranstaltungen.

Als stellvertretender Schulleiter war Herr Scheid ein unermüdlicher und unverzichtbarer Partner des Schulleiters, ob es um den Haushalt ging, um die Sauberkeit in der Schule, um die Umsetzung von Vorgaben des Ministerium (na ja, nicht immer gerne!), um die fachwissenschaftliche, pädagogische oder zukunftsorientierte Ausrichtung der Schule oder um Konflikte mit der Schulaufsicht,.

Seine vielfältigen Anregungen, seine differenzierten Beiträge in Konferenzen und seine pädagogischen Grundsätze, die sich im Schulprogramm niederschlugen, waren wichtige Wegmarken des Tabu.

Hervorzuheben ist das ausgezeichnete Vertrauensverhältnis von Herrn Scheid zu allen an der Schule Beteiligten, ganz besonders den Eltern und den Mitgliedern der Elternpflegschaft sowie den Sekretärinnen galt seine besondere Wertschätzung und Aufmerksamkeit.

Das Tabu hat ihm seinen „Gang nach Köln“ von ganzem Herzen gegönnt, aber nicht gerne gesehen. Verlor das Tabu mit ihm doch einen ungemein produktiven, gewichtigen (in jedem Sinne des Wortes), humorvollen und begeisternden Lehrer, der seinen Beruf als Berufung verstand.

Die Beisetzung findet am Freitag, dem 22. März 2019, um 14 Uhr in Brühl auf dem Südfriedhof statt.

Im Namen der Schulgemeinde

Eike Schultz           Wolf Hellberg
Schulleiter              Ehem. Schulleiter Tannenbusch-Gymnasium