Nach fast einem Dreivierteljahr Vorbereitung und zuletzt intensiven 11 Stunden gemeinsamer Proben am vorangehenden Wochenende war es am Montag, dem 28. September um 19 Uhr nun endlich so weit: Die beiden Bigbands vom Erich-Klausener-Gymnasium Adenau (kurz: EKG-Bigband) unter Leitung des Ex-Tabulaners Michael Rodarius und die TABU-Bigband unter Leitung von Christian Villwock und Arnt Böhme trafen sich auf der Bühne der TABU-Aula zum gemeinsamen Konzert unter dem musikalischen Motto des Abends: „Richtig geile Mucke!“ Es war nicht das erste Mal dieser freundschaftlichen musikalischen Begegnung über Bundesländergrenzen hinweg. Bereits 2019 und 2022 traf man sich zum gemeinsamen „Bigbandmeeting“.
Die TABU-Bigband eröffnete als „Hausherr“ den Abend mit dem Trompetenlastigen Klassiker „Boogie-Woogie Bugle Boy“ und wagte sich dann an eine richtig schwere Nummer: Den „Defibrillator“ von Adrian Re. Der u. a. von Leonas Hillemacher (10C) am Bariton-Saxofon vorangetriebene coole Groove bildete die Grundlage für die herausragenden solistischen Beiträge von Steffen Goroncy und Leo Kurenbach (beide E-Gitarre) sowie Alwin Pelka (E-Bass), allesamt aus der Q2. Dann schlug die Stunde der überragenden Solistin des Abends: Tilda Magunia aus der Q1 an der Trompete. Ihre wunderschön ausgearbeitete Interpretation der Titelmusik aus dem Film „Cinema Paradiso“ – sensibel begleitet von der Band im Hintergrund – ging dem Publikum so sehr ans Herz, dass sie entsprechend anschließend minutenlangen Sonderapplaus bekam.
Den Sack machte die TABU-Bigband dann vorerst mit dem Rock-Klassiker „Don’t stop me now“ von Queen zu – stark geprägt von den 3 Solo-Alt-Saxofonistinnen Carlotta Winzer (9C) sowie Polina Konschin und Laura Müller (beide Q1). Generell haben sich die Solistinnen und Solisten des TABU in sehr erfreulicher Weise entwickelt, wofür der „dritte Mann“ im Leitungsteam der TABU-Bigband hauptsächlich verantwortlich ist: Rüdiger Krey, der schon seit Jahren wöchentliche Solo-Proben mit TABU-Bigband-Mitgliedern veranstaltet und auch der Saxofongruppe den letzten Schliff gibt. Auch die Bläser der Vorband sowie des Orchesters werden regelmäßig von ihm gecoacht. Ganz herzlichen Dank dafür!
Nach dem fulminanten Beginn der TABU-Bigband ließen sich aber auch die Gäste aus Adenau nicht lumpen und lieferten ein von viel Popmusik und etwas Swing geprägtes Programm mit großer Spielfreude und viel Elan und gaben so die passende Antwort auf das Set der „Hausbigband“. Besonders beeindruckend am Auftritt der Eifeler war ihre hinsichtlich Dynamik, Artikulation und rhythmischer Präzision filigran ausgearbeitete Darbietung. Auch ihre Solisten an der Trompete, am Alt- und Tenor-Sax sowie an der Posaune lieferten Großartiges. Der Bandleader der EKG-Bigband, der ehemalige TABU-Musiklehrer und TABU-Bigbandleiter Michael Rodarius, hat in wenigen Jahren im Alleingang eine Band geformt, die mit der schon Jahrzehnte etablierten TABU-Bigband inzwischen sehr gut mithalten kann. Respekt!
Nach der Pause war es dann zunächst Zeit für den Auftritt der „Special Guests“: Der TABU-Junior-Bigband (intern auch „Vorband“ genannt) unter der Leitung von Arnt Böhme. Für viele der 15 Nachwuchsmusikerinnen und -Musikern war es der erste große Auftritt überhaupt – und was für einer! 
Äußerst konzentriert ging es zunächst bei Adeles „Rollin‘ in the deep“ an die musikalische Arbeit, bevor mit dem Latin-Rock-Klassiker „Tequila“ lateinamerikanisches Flair in die TABU-Aula einzog und selbst das Publikum zum Mitmachen animierte. Die Herausforderung, den „Ein-Wort-Refrain“ jeweils an den richtigen Stellen kollektiv mitzusingen, wurde sogar ohne vorherige Probe souverän von Jung und Alt bewältigt. Und auch die Alt-Saxofonistinnen Tessa Kober und Marlene Supp (beide 8C) sowie der Tenor-Saxofonist Janosch Richter (EF) – letzterer als „Leihgabe“ aus der TABU-Bigband – präsentierten ihre Soli sicher und musikalisch sauber.
Anschließend kündigte eine kurze Umbauphase dann das große Finale an: Den Auftritt des zu einer gemeinsamen „Very Big Band“ geformten Klangkörpers, bestehend aus der TABU-Bigband und der EKG-Bigband.
Gleich zu Beginn wurde erst einmal „auf Holz geklopft“: Die nun auf 45-Musikerinnen und Musiker angewachsene Band ließ mit „Knock on Wood“ von Beginn an keinen Zweifel, dass die Absicht des Abends, die TABU-Aula bis in die allerletzte Ecke nachdrücklich mit Bigbandsound zu füllen, in die Tat umgesetzt werden würde. Die souveränen Alt-Sax-Soli kamen wie schon im TABU-Solo-Set von Carlotta Winzer, Polina Konschin und Laura Müller. Kurzzeitige Entspannung bot dann der lockere Latin-Klassiker „Sunny“ – abermals geprägt von der solistisch auftrumpfenden Tilda Magunia an der Trompete, bevor das funkig groovende „Put it where you want it“ wieder den Adenauer Solisten den roten Teppich ausrollte. Als Reminiszenz an die goldene Bigband-Ära stand dann Duke Ellingtons swingender Klassiker „Don’t get around much anymore“ auf dem Programm. Janosch Richter und Tilda Magunia präsentierten hier abermals ihre beeindruckenden solistischen Kompetenzen. Bis hierhin hielt das Dach der Aula ganz gut. Beim „offiziellen“ Schlussstück – dem Heavy-Metal-Klassiker „Enter Sandman“ von Metallica – entstanden dann aber eventuell doch einige neue Risse am ohnehin schon maroden Schulgebäude. Der „Very Big Band“ entfachte eine solchen Druck, wohlgemerkt ohne auf Wohlklang zu verzichten, dass es eine einzige Freude war. Ganz groß durften hier auch noch einmal Steffen Goroncy und Leo Kurenbach mit ihren spektakulären E-Gitarren-Soli auftrumpfen.
Es folgten stehende Ovationen und die sich beim Dirigat und Moderation des gemeinsamen Sets abwechselnden 3 Leiter der beiden Bands (Christian Villwock, Michael Rodarius und Arnt Böhme) platzten fast vor Stolz auf „ihre“ Bands. Die den Abend nun endgültig abschließende rasante Zugabe „Sing, sing, sing“ trieb ein allerletztes Mal den Puls richtig in die Höhe, bevor Bands und Publikum glücklich, zufrieden und durchaus auch etwas ermattet den Saal verließen.
Damit aber nicht genug! Nun stand ja noch der Gegenbesuch der TABU-Bigband bei den Bigband-Freunden in der Eifel an – tatkräftig unterstützt von einigen Bigband-Eltern, die die Tabulaner zum Konzert am Donnerstag, dem 1. Oktober in der Mehrzweckhalle Leimbach kutschierten. Auch dort erzeugte das Konzept eines gemeinsamen Konzerts zweier befreundeter Bigbands aufgrund der herausragenden Leistungen beider Bands und eben „richtig geiler Mucke“ verdiente Begeisterungsstürme.
Auf ein Neues – hoffentlich bald! Und schöne Grüße nach Adenau!
Autor: Arnt Böhme
Fotos: Hilde Lückge





