Erinnerungskultur am Tannenbusch-Gymnasium: Besuch in Auschwitz

Erinnerungskultur 4Erinnerungskultur am Tannenbusch-Gymnasium: Geschichte erleben und Verantwortung übernehmen

Am Tannenbusch-Gymnasium Bonn wird Erinnerungskultur nicht nur theoretisch behandelt, sondern aktiv erlebt, reflektiert und gestaltet. In der Q1 der Oberstufe haben Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, an dem Projektkurs „Erinnerungskultur“ mit geschichtlichem Schwerpunkt teilzunehmen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welche Bedeutung Erinnerungskultur für unsere Gesellschaft heute noch hat und wie verantwortungsvolles Erinnern gestaltet werden kann.

Erinnerungskultur 3Ein wichtiger Bestandteil des Kurses war in diesem Schuljahr die Organisation des Gedenktages am 27. Januar, dem internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Die gesamte Veranstaltung wurde eigenständig von den Schülerinnen und Schülern geplant und durchgeführt. Sie präsentierten ihre Projekte, gestalteten Beiträge zum Gedenken und setzten damit ein sichtbares Zeichen für Erinnerungskultur am Tannenbusch-Gymnasium. Über die Veranstaltung berichtete sogar die Lokalzeit Bonn (externer Link).

Im Anschluss daran bereitete die Lerngruppe eine mehrtägige Gedenkstättenfahrt nach Krakau sowie zu den ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagern Auschwitz und Birkenau vor. So konnten die Schülerinnen und Schüler vom 22.04.2026 bis 26.04.2026 Erinnerungskultur unmittelbar vor Ort erleben. Während der Fahrt besuchte die Gruppe auch Oskar Schindlers ehemalige Emaille-Fabrik in Krakau. Dort setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit der Geschichte des Krakauer Ghettos, dem Widerstand gegen das NS-Regime sowie mit dem Leben und Handeln Oskar Schindlers auseinander.

Ein besonders prägender Bestandteil der Fahrt war der Besuch der Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau. Die Führungen durch die ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslager hinterließen bei allen Teilnehmenden tiefe und bewegende Eindrücke. Die direkte Begegnung mit den historischen Orten machte das Ausmaß der nationalsozialistischen Verbrechen auf eindringliche Weise erfahrbar.

Neben der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit beschäftigte sich die Lerngruppe auch mit jüdischem Leben in der Gegenwart. Im jüdischen Viertel in Krakau erkundeten die Schülerinnen und Schüler Spuren jüdischer Geschichte und besuchten eine Synagoge. Dabei setzten sie sich auch mit der Frage auseinander, wie jüdisches Leben heute in Krakau aussieht.

Damit endete die Gedenkstättenfahrt jedoch nicht. Auch auf die Nachbereitung der Fahrt wird viel Wert gelegt. So setzen sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit ihren Erfahrungen, Eindrücken und Emotionen auseinander und verarbeiten ihre Erlebnisse in kreativen Projekten. Dabei greifen sie historische Themen, Formen der Erinnerungskultur sowie einzelne Personen, Orte und Gegenstände auf, die sie während der Fahrt besonders bewegt haben. So entwickeln sie beispielsweise Podcasts, Graphic Novels und künstlerische Arbeiten.

Die Gedenkstättenfahrt nach Polen wurde finanziell durch das Land Nordrhein-Westfalen, die Sanddorf-Stiftung sowie die Stiftung Jugendhilfe der Sparkasse in Bonn unterstützt. Ohne diese Förderung wäre die Durchführung der Fahrt kaum möglich gewesen. Das Tannenbusch-Gymnasium bedankt sich herzlich für die Unterstützung und die Förderung von Erinnerungskultur und Demokratiebildung. [Celik/Gardiner]

 

 

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