„Was macht dir Sorgen?“ - Ein Projekt der SV

Voices 2026 TeaserNach den Osterferien stellten wir in der SV fest, dass fast jede und jeder von uns Schülerinnen und Schüler kennt, die psychisch stark belastet sind. Manche schaffen es deshalb sogar nicht mehr, regelmäßig am Unterricht teilzunehmen. Gleichzeitig merkten wir, dass im Schulalltag oft zu wenig Zeit bleibt, um nachzufragen und Sorgen wirklich Raum zu geben.

Daraus entstand unsere Idee: Wir fragen nach. So begann ein Projekt, das uns über mehrere Monate begleitet hat.


Von der Idee zur Umsetzung

Im April entwickelten wir einen Fragebogen mit der zentralen Frage: „Was macht dir Sorgen?“ Uns war wichtig, dass die Bögen ansprechend gestaltet sind und zum ehrlichen Antworten einladen. Anschließend wurden sie an alle Schülerinnen und Schüler des Tabu verteilt.

Während die Bögen zu Hause in Ruhe ausgefüllt werden konnten, planten wir bereits den nächsten Schritt: ein Podiumsgespräch zum Abschluss der Aktion. Unser Ziel war es, den Schülerinnen und Schülern Strategien aufzuzeigen, wie sie mit Sorgen umgehen und Unterstützung finden können. Dafür mussten unter anderem Referentinnen und Referenten gewonnen und ein gemeinsamer Termin organisiert werden

Bewegende Rückmeldungen

Das Einsammeln der Bögen war für uns ein besonderer Moment. Wir wussten nicht, welche Antworten uns erwarten würden. Umso beeindruckender war die große Zahl der Rückmeldungen. Viele Bögen waren ausführlich beschrieben und zeigten, wie viel die Schülerinnen und Schüler beschäftigt.

Wir hatten oft den Eindruck, dass unsere Frage ein Ventil geöffnet hatte und viele sich alles von der Seele schrieben, was sie belastete. Polemische oder respektlose Antworten fanden wir dagegen kaum – ein deutliches Zeichen dafür, dass unsere Aktion ernst genommen und wertgeschätzt wurde.

Aus den Rückmeldungen arbeiteten wir drei große Themenfelder heraus:

  • Sorgen in der Schule mit den Unterthemen Druck und Versagensangstmangelnde Wertschätzung und Ich fühle mich allein.
  • Sorgen in der Familie mit den Unterthemen Druck durch Eltern und Meine Eltern verstehen mich nicht.
  • Sorgen vor der Zukunft mit den Unterthemen Weltlage und persönliche Zukunft.

Ausgewählte Aussagen stellten wir anschließend den Lehrkräften zur Verfügung, um einen Einblick in die Gedanken und Sorgen der Schülerschaft zu geben.


Voices 2026 TeaserDas Podiumsgespräch

Am 1. Juli 2026 fand schließlich das Podiumsgespräch statt. Als Gäste durften wir die Psychologinnen Frau Sulprizio und Frau Chevally, den Psychologen Herrn Labatzki, die ehemalige Bonner Oberbürgermeisterin Frau Dörner sowie Herrn Azrak, MPTler am Tabu und Buchautor, begrüßen. Allen Referentinnen und Referenten danken wir herzlich für ihre Bereitschaft, unser Projekt zu unterstützen.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Carlotta Burgartz (Q1).

In zwei aufeinanderfolgenden, jeweils 90-minütigen Veranstaltungen war die Aula bis auf den letzten Platz gefüllt. Wir wussten vorher nicht, wie gut das Format angenommen werden würde.

Letztlich haben die Gespräche unsere Erwartungen aber voll erfüllt. Die Schülerinnen und Schüler waren in der großen Mehrheit aufmerksam und zugewandt, und die Referenten gaben wertvolle Hinweise und Denkanstöße. Zum Abschluss erhielt jede Schülerin und jeder Schüler eine Karte mit der Frage: „Was macht dir Mut?“

Diese Karten hängen seitdem gemeinsam mit einigen der anonymisierten Sorgen im Schulgebäude. Immer wieder beobachten wir, dass Schülerinnen und Schüler oder Lehrkräfte stehen bleiben und lesen, was dort aufgeschrieben wurde. Unser Ziel war es, den geäußerten Sorgen auch sichtbar etwas Stärkendes entgegenzustellen – einen Ort, an dem Sorgen und Mut gleichermaßen ihren Platz haben.

Unser Fazit

Unser Projekt hat gezeigt, wie wichtig es ist, Schülerinnen und Schüler aktiv nach ihren Sorgen zu fragen. Viele Belastungen sind groß und können nicht allein bewältigt werden.

Wir freuen uns besonders, dass sich viele mit ihren Sorgen gesehen und ernst genommen fühlten. Gleichzeitig wurde deutlich, dass niemand mit seinen Ängsten allein ist. Auch aus dem Kollegium erhielten wir viele positive Rückmeldungen. Die Aktion hat dazu beigetragen, das Bewusstsein für die Themen zu stärken, die unsere Schülerschaft bewegen.

Darüber hinaus konnten wir konkrete Hinweise auf Beratungs- und Unterstützungsangebote innerhalb und außerhalb der Schule geben.

Darüber hinaus bleibt für uns eines: Dieses Projekt wurde von der SV komplett eigenständig geplant, organisiert und umgesetzt – und darauf sind wir stolz.


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