Zwischen Fast Fashion und Kündigungswelle

PXL 20260618 085341908Wie ein Philosophiekurs ein Unternehmen rettet
Im Rahmen eines wirtschaftsethischen Rollenspiels in kooperation mit den Stadtwerken Bonn übernahmen Schülerinnen und Schüler der Q1 Verantwortung für ein fiktives Familienunternehmen und erlebten hautnah, wie komplex unternehmerische Entscheidungen sein können.
Wie soll ein Familienunternehmen handeln, wenn es mit Verlusten zu kämpfen hat?


Mit dieser Problematik beschäftigte sich am letzten 18. Juni der Q1-Philosophiekurs von Herrn Pizzo in Form eines Rollenspiels im Rahmen der Unterrichtsreihe zur Wirtschaftsethik, welches vom Leiter der Konzernstrategie der SWB und Koordinator der Partnerschaft mit dem Tabu auf Seiten der SWB, Mirko Heid, begleitet wurde.
In einem Meeting standen sich verschiedene Rollen gegenüber, welche über die Zukunft des Unternehmens und die der verschiedenen Akteure diskutierten: ein verzweifelter Unternehmensleiter, der bald in Rente geht, eine unerbittliche Finanzchefin, welche die schlechte Finanzlage des Unternehmens betonte und für die Schließung der restlichen Filialen eintrat, eine leidenschaftliche Betriebsratsvorsitzende, die sich für die Arbeitnehmer einsetzte und sich gegen die Schließung weiterer Filialen aussprach, sowie weitere Angestellte, wie beispielsweise die junge Marketingchefin und die Tochter des Chefs, welche ebenfalls gegen die Schließung weiterer Filialen waren und Vorschläge zur Unternehmensmodernisierung vorbrachten.
PXL 20260618 081615405Trotz des harten Konflikts, der zwischen der Verantwortung des Unternehmens gegenüber den Arbeitnehmern, der Unternehmensmodernisierung, der Finanzierbarkeit und der Rentensicherung des Chefs entstand, gingen die Schülerinnen und Schüler nach einer langen und ideenreichen Diskussionsrunde einen Kompromiss ein: Es solle nur eine weitere der drei gefährdeten Filialen geschlossen werden, deren Angestellte aber auf die übrigen Standorte aufgeteilt werden sollen. Außerdem solle in Zukunft stärker auf Nachhaltigkeit und Qualität gesetzt werden sowie auf eine größere Reichweite durch die sozialen Medien und einen Online-Shop. Um dieses Zukunftsprojekt zu finanzieren, solle der Erlös aus dem Verkauf aller somit sechs geschlossenen Geschäfte sowie zusätzlich die Verpachtung der teuren Ferienwohnung des Unternehmenschefs auf Mallorca dienen.
Durch das Rollenspiel erkannten die Schülerinnen und Schüler die Bedeutung von Kompromissfähigkeit und Kreativität, die zentrale Rolle einer respektvollen Kommunikationskultur, aber vor allem auch den ethisch gebotenen Anspruch, die verschiedenen Betroffenen einer solchen großen Unternehmensentscheidung fair zu berücksichtigen.
Balim Ates, Philosophiekurs Q1

 

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