20 Jahre Partnerschaft Tabu-SWB

Vorderseite- Das große Fest und seine Hintergründe -
Man soll die Feste feiern, wie sie fallen. Vor allem wenn es um das Jubiläum der langjährigen Kooperation zwischen unserer Schulgemeinschaft und einem so starken und zuverlässigen Partner wie den Stadtwerken Bonn geht - die sich am 7. März 2006 auf die Zusammenarbeit mit einer bislang einzigen Schule, dem Tannenbusch-Gymnasium, eingelassen haben.
In unserer Aula, die bis auf den letzten Platz besetzt war – mit vielen der Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse und der Oberstufe sowie mit Lehrkräften, die an den Kooperationsaktivitäten beteiligt sind – würdigten Vertreterinnen und Vertreter aus Bildung, Wirtschaft und Politik die erfolgreiche Zusammenarbeit.

Jubiläum 20 Jahre Kooperation SWB und Tannenbusch-Gymnasium - v.l.n.r.: Mirko Heid, Gabriel Kunze, Giovanni Pizzo, Andreas Döring, Azra Zürn, Zerlina Zemlin, Volker Groß, Eike Schultz und Wolf Hellberg,  Foto: Martin Magunia für SWB BonnJubiläum 20 Jahre Kooperation SWB und Tannenbusch-Gymnasium - v.l.n.r.: Mirko Heid, Gabriel Kunze, Giovanni Pizzo, Andreas Döring, Azra Zürn, Zerlina Zemlin, Volker Groß, Eike Schultz und Wolf Hellberg, Foto: Martin Magunia für SWB Bonn



Auch der ehemalige Schulleiter Wolf Hellberg, der diese Kooperation vor 20 Jahren initiiert hat, und Andreas Döring, der sie zusammen mit dem aktuellen Koordinator Dr. Giovanni Pizzo ab der ersten Stunde begleitet hat, haben mitgefeiert.
Unter der Moderation von Volker Groß, ex-Tabulaner und Chefredakteur von Radio Bonn/Rhein Sieg, kamen in den Redebeiträgen und einem Podiumsgespräch alle Facetten dieser außerordentlichen Erfahrung zum Ausdruck. Schulleiter Eike Schultz, Mirko Heid, Leiter der Konzernstrategie SWB und Koordinator der Partnerschaft auf Seiten der SWB, sowie der Bonner Bürgermeister Gabriel Kunze haben unseren Schülerinnen und Schülern die Vorzüge dieser Zusammenarbeit überzeugend präsentiert.
Musikalisch haben die Jungs der Rhythmusgruppe der schuleigenen Big Band zusammen mit der Neuntklässerin Danay Fotiadis und ihrer bemerkenswerten Stimme wichtige Akzente gesetzt: „Rise like a Phoenix“ (bekannt durch Conchita Wurst) und „Don’t stop me now“ von Queen standen dafür, dass die Kooperation zwischen den SWB und der Schule mit vollem Schwung weitergeht.

Die Koordinatoren der Partnerschaft Mirko Heid (SWB) und Giovanni Pizzo (Tabu) mit Volker Groß, Foto: Stadtwerke Bonn/Martin MaguniaDie Koordinatoren der Partnerschaft Mirko Heid (SWB) und Giovanni Pizzo (Tabu) mit Volker Groß, Foto: Stadtwerke Bonn/Martin Magunia



Neugierig geworden auf wichtige Aspekte und genauere Perspektiven dieser Partnerschaft? Hier unten, in den Antworten von Giovanni Pizzo auf einige Fragen der Journalistin Andrea Simons, kann man sie leicht entdecken!

Erinnern Sie sich an die Anfänge Ihrer Partnerschaft, Herr Pizzo?
Als wäre es gestern!
Nach der Auflösung einer Kooperation mit „bonn data“ war unser Gymnasium, damals unter der Leitung von Herrn Hellberg, auf der Suche nach einem starken Partner. Die Vielfalt der Stadtwerke Bonn und ihre ethische Ausrichtung – vor allem im Sinne des Dienstes an der Stadt und der Korruptionsbekämpfung – haben uns als Institution mit einem präzisen pädagogischen Auftrag sehr überzeugt. Unter den vielen möglichen Partnern aus der Wirtschaft haben somit die SWB den Zuschlag bekommen. Einfach war es nicht: Der damalige Geschäftsführer der Stadtwerke Bonn Prof. Zemlin musste einige Mitarbeiter davon überzeugen, sich auf die – immer noch – einzige SWB-Partnerschaft mit einer Schule einzulassen.
Herr Döring und ich – als Koordinatoren des Projektes von Seite des Tannenbusch-Gymnasiums – die Herausforderung sehr gerne angenommen.

Was waren für Sie Meilensteine bzw. besondere Aktionen?
Meilensteine waren sicherlich die Bestätigung der Partnerschaft einige Jahre danach, die Feier des zehnjähriges Jubiläums mit dem aktuellen Schulleiter Herrn Schultz sowie die Präsentation unserer Lernpartnerschaft in Rom als „best practice“ im Rahmen einer Aktivität auf nationaler Ebene mit italienischen Schulen und dem lokalen Goethe-Institut durch Mirko Heid, Bereichsleiter Konzernstrategie bei den Stadtwerken Bonn und wertvoller und durch die Jahre treuer Kooperationskollege, und ich. Also auch über die Landesgrenzen hinaus!
Aber auch die Ausbildung von Konfliktlotsen in Bus und Bahn oder die Berufspraktika, die unseren Kindern angeboten werden, sind besonders bedeutende Aktionen unserer Lernpartnerschaft.

Was bedeutet die Kooperation für Sie?
Sicherlich ein offenes Fenster zur Welt der Arbeit, der Wirtschaft und des Dienstes an der Gesellschaft. Wir sehen die SWB als zuverlässigen Partner, der uns in vielen Bereichen, Fachrichtungen und Klassenstufen hilft, etliche Prozesse und Zusammenhänge erfahrbar zu machen. Schülerinnen und Schüler können an Betriebserkundungen teilnehmen, an Workshops zu den Themen "Mitbestimmung in der Praxis", "Geschichte der Energieversorgung/industrielle Revolution", "Unternehmensethik in einem kommunalen Unternehmen", "Wasserbereitstellung und Wasseraufbereitung", „Nachhaltige Energieherstellung“, „Wege der Müllverwertung“ sowie an musikalischen Projekten, künstlerischen Veranstaltungen und Berufspraktika.

Was daran ist besonders fruchtbar für Schüler oder Schule bzw. Schulgemeinschaft?
Im Allgemeinen ist es wahrscheinlich die besondere Ausrichtung der zahlreichen Angebote, welche authentische und uneigennützige Einblicke in den Berufsalltag und in Wirtschaftsprozesse ermöglichen. Unsere Schülerinnen und Schüler verstehen sofort, dass nicht kommerzielle Werte und Interessen im Spiel sind. Sicherlich können sich die Stadtwerke Bonn im Rahmen der Lernpartnerschaft als zukünftigen Ausbildungsplatz oder Arbeitgeber präsentieren. Zentral geht es aber um die Unterstützung von Lernprozessen der Schülerschaft.
So ist es der Fall – um nur ein Beispiel zu nennen – bei den alljährlichen Seminaren für Bewerbungstraining, welche in unserer Stufe 9 gut ankommen und die Didaktik unserer Lehrkräfte professionell unterstützen. Und dies in einer Zeit, in der die Welt der Arbeit  immer komplexer wird und erfordert, dass die Kompetenzen der Schülerinnen und Schülern sie in die Lage versetzen, sich mit dieser Welt bewusst und sicher auseinanderzusetzen.
Ein anderes Beispiel sind die Rollenspiele am Ende der Einheit über Wirtschaftsethik im Philosophieunterricht in der Q1, welche wichtige ethische Fragestellungen und Einblicke in die oft unfairen Zusammenhänge der Wirtschaft aufwerfen und zur Diskussion anregen.

Wie geht es weiter? Veränderungen geplant? Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Nachhaltigkeit ist sicherlich der Begriff, der unsere unmittelbare Zukunft als Gesellschaft, aber auch als Schule beschäftigen wird. Das Tannenbusch Gymnasium hat nun einmal das Glück, ausgerechnet einen Partner zu haben, der in diesem Bereich aktuell sehr viel Arbeit und Ressourcen investiert. Nachhaltigkeit hat zweifelsohne genaue pädagogische und didaktische Implikationen in vielen Fächern – sämtliche Naturwissenschaften, Politik, Sozialwissenschaften, Erdkunde, Philosophie, Religion, Literatur – und wir freuen uns darauf, diesen Weg mit den Stadtwerken gemeinsam zu gehen.



 

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